Mantras und ihre Wirkung

Manche Meditationen werden von bestimmten Bewegungen, Atemfolgen, aber oft auch von Lauten, Worten oder Sätzen begleitet, die gesungen oder im Stillen rezitiert werden – den sogenannten „Mantras“ oder „Mantren“.


Durch das ständige Wiederholen dieser Mantras wird eine Erhöhung - bzw. Veränderung des Bewusstseins erreicht, indem sie die Muster unseres Geistes und die Chemie unseres Gehirns verändern.

Das Singen (Chanten) der Mantras ist anfangs oft etwas befremdlich, doch kann es eine starke Wirkung auf unser Wohlbefinden haben.

Die Bedeutung der Wörter spielt dabei gar keine so große Rolle – tatsächlich werden sie aus wissenschaftlich fundierten Gründen eingesetzt, die weit über die begriffliche Bedeutung der Mantras hinausgehen.

Der Klang der Mantras

Das Wissen über die Mantras (Wissenschaft des Naad – Naad bedeutet „der kosmische Klang“) beruht auf der Erkenntnis, dass Klang eine Form von Energie ist, die auf unsere Chakren und unsere Psyche vorhersehbare Auswirkungen hat.


Stimulierung der Meridianpunkte am Gaumen

Aber nicht nur der Klang eines Mantras, sondern auch die Aktivierung vieler der 84 Meridianpunkte, die über unseren Gaumen verteilt sind, trägt zu ihrer Wirkung bei.

Beim Rezitieren dieser Laute schlägt unsere Zunge die Meridianpunkte in gewissen Kombinationen an - man könnte dies mit dem Klavierspiel nach bestimmten Noten vergleichen, bei dem eine schöne Melodie entsteht.

Mit jedem Wort, das wir sprechen, schlagen wir also bestimmte „Tasten“ an unserem Gaumen an – wird die richtige Kombination der „Tasten“ gedrückt, so werden verschiedene Gehirnareale stimuliert (Hypothalamus, Thalamus und Hypophyse) – dadurch verändert sich der chemische Haushalt im Gehirn, was uns in einen entspannten und erweiterten Bewusstseinszustand versetzt. Das bringt unseren Geist in einen ruhigen, meditativen Zustand bis hin zur Ekstase.


Sehr kraftvolle und auch bekannte Mantras sind etwa „Om“, „Sat Nam“ oder "So Ham".

Gib acht auf deine Gedanken und Worte

Auch unsere oft so daher gesagten Sätze wie „Ich kann das nicht so gut“, „Ich bin mit allem überfordert“, „Ich bin nicht gut genug“ oder „das klappt sowieso nicht“... sind Mantras - man nennt solche Mantras "negative Affirmationen".

Wenn man nun bedenkt, wie häufig wir solche Sätze im Stillen, aber oft auch laut wiederholen, so wird klar, warum sich diese tatsächlich in unserem Leben manifestieren und zu unserer Wirklichkeit werden.

Aus unseren Gedanken werden Worte und aus unseren Worten werden Taten... Es ist also von großer Bedeutung, was wir denken und sagen. Es wird zu unserer Realität.

Mantras für deine Meditation:

  1. OM:
    Dieses sehr bekannte und kraftvolle Mantra wird bereits seit vielen tausend Jahren von Buddhisten und Hinduisten als Symbol für das Göttliche verwendet.
    Es setzt sich aus den drei Selbstlauten A, U und M zusammen und symbolisiert die Dreieinigkeit universeller Grundsätze wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, aber auch die drei Hauptgötter im Hinduismus Brahma, Shiva und Vishnu.
    Der Klang von OM erinnert an den Urklang des Universums. Er versetzt unseren Körper vom Scheitel bis zum Bauch in eine harmonische Schwingung.
    Das Chanten von OM hilft uns, uns zu zentrieren und innere Stille und Harmonie herzustellen.

  2. SAT NAM:
    SAT = Wahrheit, NAM = Identität – Sat Nam bedeutet so viel wie das Wahrhafte, das Unveränderliche in uns selbst.
    Dieses Mantra zentriert uns und führt uns zu unserer inneren Wahrheit – es erinnert uns daran, wer wir wirklich sind.

  3. OM MANI PADME HUM:
    Beim Chanten dieses Mantras erbitten wir vom Buddha des Mitgefühls Empathie, Befreiung vom Leiden, Erleuchtung und seinen Segen.

  4. SO HAM:
    Dieses Mantra bedeutet "Ich bin das" oder ganz einfach "Ich bin". Es lässt sich wunderbar mit dem Ein- und Ausatmen kombinieren: Chante beim Einatmen SO und beim Ausatmen HAM. 
    Das Mantra wirkt beruhigend. Es hilft uns, im gegenwärtigen Moment zu verweilen und unsere Vollkommenheit zu erkennen und zu verinnerlichen.

  5. LOKAH SAMASTAH SUKHINO BHAVANTU:
    „Mögen alle Wesen auf dieser Welt verbunden sein, in Harmonie leben und Glück erfahren.“

    Dieser Segensspruch für Frieden, Harmonie und Glück stammt aus der jahrtausendealten Rig Veda. Er erinnert uns daran, dass wir mit allem verbunden sind und wahres Glück nur möglich ist, wenn wir allen Lebewesen mit offenem Herzen begegnen und ihnen Wohlwollen und Liebe entgegenbringen.
    Das Rezitieren dieses Mantras setzt positive Schwingungen und Energien für den Weltfrieden frei.

[Informationen teilweise entnommen aus: Gurmukh - Die 8 Gaben des Menschen, Theseus Verlag]

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