Meditation statt Alkohol

Es geht dir nicht so gut, du bist gestresst, traurig, verstimmt, überlastet, depressiv... jetzt ein Gläschen Alkohol um zu entspannen und alles Belastende zu vergessen?

Auf Dauer schadest du dir damit mehr, als es dir im Augenblick nützt... Besser wäre es für dich, wenn du stattdessen meditierst oder Achtsamkeitsübungen machst.

ALKOHOL ZUR STRESSBEWÄLTIGUNG - ein kurzfristiger Erfolg...

Viele Menschen „entspannen“ abends mit Hilfe eines Gläschens Rotwein. Tatsächlich lassen die Anspannungen rasch nach, da Alkohol die Muskeln erschlaffen lässt und wir fühlen uns sorgenfrei durch die Betäubung unseres Geistes.

Doch ist dieser Zustand nur temporär. Neben der Doppelbelastung unserer Leber durch Stress UND Alkohol kann man auf diese Weise den Stress, der oft auf tief in uns verankerten Ansichten und negativen Glaubenssätzen fußt, langfristig nicht bewältigen.

Um eine tiefgreifende Veränderung zu bewirken und uns stressresistenter zu machen, ist also nicht das Verdrängen, sondern ein Hinschauen unbedingt notwendig.

 

Wer Betäubungsmittel benutzt, erlebt vielleicht ein wenig Erleichterung von der täglichen Folter des Verstandes, zugleich wird er aber auch davon abgehalten, genügend bewusste Gegenwärtigkeit zu erzeugen, um über Gedanken hinauszugehen und auf diese Weise wirkliche Befreiung zu finden." (Eckhart Tolle)


MEDITATION hingegen lässt unseren Geist klar werden und während wir uns selbst mit allem, was uns ausmacht – unseren Gedanken, Gefühlen etc. liebevoll annehmen, lernen wir uns immer besser kennen, können uns so von alten Mustern und Anhaftungen befreien und unsere Sichtweise dadurch verändern.
Wir kommen in unsere Mitte und finden zu uns selbst. Ein stabiler innerer Frieden stellt sich ein – unser Stressempfinden verringert sich und wir werden gelassen.

HILFT ALKOHOL BEI ÄNGSTEN? - der Schein trügt...

Bereits geringe Mengen Alkohol sorgen dafür, dass im Gehirn das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet wird. Die Stimmung verbessert sich und die Angst verfliegt.

Gleichzeitig lässt die Übertragungsaktivität der Nervenzellen durch den ebenfalls freigesetzten Botenstoff GABA nach und Erregungszustände wie Angst oder Panik verschwinden.

Der Gegenspieler des GABA, das Glutamat regt die Aktivität der Gehirnzellen an. Alkohol blockiert die Glutamat-Rezeptoren. Das hat einen weiteren dämpfenden und beruhigenden Effekt. Man hat das Gefühl, dass Alkohol hier helfen kann.

Doch der Schein trügt. Diese künstlichen Glücksgefühle sorgen nur kurze Zeit für Angstfreiheit. Wenn die Wirkung von Alkohol nachlässt, kehren die Ängste und körperlichen Symptome wie Zittern und Herzrasen wieder zurück – zum Teil sogar heftiger als vor dem Genuss des Alkohols = Rebound-Effekt.

Rebound-Effekt: Da die Alkoholmoleküle die Glutamat-Rezeptoren besetzen, bildet der Körper neue Glutamat-Rezeptoren aus. Sinkt der Alkoholspiegel, findet das Glutamat einen Überschuss an freien Rezeptoren vor, an denen es andocken könnte – dies führt zu Unruhe und Ängstlichkeit.

 

Regelmäßige MEDITATION hingegen sorgt dafür, dass, durch eine Verkleinerung der Amygdala, einer Gehirnregion, die für unsere Emotionen zuständig ist, Ängste und Sorgen weniger werden – und zwar nachhaltig.

HILFT ALKOHOL BEI DEPRESSIONEN? - Ganz im Gegenteil...

Alkohol kann dir nicht helfen, wenn du depressiv bist – im Gegenteil, Alkohol verstärkt deine Depressionen und macht dich zusehends abhängiger.

Wie bereits weiter oben zu lesen ist, hat der Genuss von Alkohol eine direkte Auswirkung auf die Botenstoffe in deinem Gehirn, die für die Übertragung von Reizen zwischen deinen Nervenzellen zuständig sind. Es kommt zu einer strukturellen Veränderung des Gehirns, was unter Umständen Depressionen auslösen oder sogar verstärken kann.

 

Das Ziel von ACHTSAMKEIT und MEDITATION ist es, sich selber besser wahrzunehmen, im Hier und Jetzt zu verweilen, Aufmerksamkeit und einen klaren Geist zu entwickeln – das genaue Kontrastprogramm zu den Wirkungen von Alkohol, der unseren Geist umnebelt, die Wahrnehmung beeinträchtigt und eine konzentrierte Aufmerksamkeit und klares Denken unterbindet.

HELFEN ACHTSAMKEITSÜBUNGEN, UM DEN ALKOHOLKONSUM ZU REDUZIEREN?

Ja! Tatsächlich helfen, einer Studie zufolge, bereits ein paar Minuten Achtsamkeitsübungen pro Tag, um dem Verlangen nach Alkohol besser widerstehen zu können.

An der Studie nahmen 68 Personen teil, deren Alkoholkonsum als riskant eingestuft wurde – Frauen und Männer, die pro Woche mehr als fünf bzw. acht Flaschen Bier tranken. Die Probanden waren jedoch nicht alkoholabhängig und hatten auch sonst keine psychischen Störungen.

Die Probanden wurden in zwei Gruppen eingeteilt: die eine Hälfte machte täglich mindestens 15 Minuten Entspannungsübungen, die andere Hälfte ebenso lange Achtsamkeitsübungen.

Fazit schon nach einer Woche: Die Probanden, die Entspannungsübungen praktizierten, konnten ihren Alkoholkonsum um rund ein Achtel reduzieren, diejenigen, die die Achtsamkeits-basierten Übungen machten, reduzierten ihren Alkoholkonsum sogar um etwa ein Drittel.

Die Personen der Achtsamkeitsgruppe lernten bei ihren Übungen, ihre Körperempfindungen bewusst wahrzunehmen, zu akzeptieren und zu erkennen, dass das Verlangen ein vorübergehendes Ereignis ist, das man nicht unterdrücken muss, dem man aber auch nicht reflexartig Folge leisten muss – der Reiz wurde von der Reaktion entkoppelt, was eine Loslösung aus alten Mustern und Gewohnheiten unterstützte und den Verzicht auf Alkohol erleichterte.

Solltest du also den Wunsch hegen, deinen Alkoholkonsum zu reduzieren, so hast du hier wunderbare Begleiter auf deinem Weg in die Freiheit: ACHTSAMKEITSÜBUNGEN und MEDITATIONEN...

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