Warte mal...

Ich verbringe richtig viel Zeit mit dem Warten... und damit meine ich nicht das Warten auf das Christkind oder auf den nächsten Urlaub, sondern dieses Warten im Sinne von „untätig sein“, während unsere Lebenszeit vermeintlich sinnlos verstreicht: in der Warte-Schlange vor der Kasse des Supermarktes, im Warte-Zimmer des Arztes, in der Warte-Schleife bei einem Telefonat, das Warten auf das Weiterfahren im Stau usw.

Meistens ärgern wir uns, dass das so lange dauert, drängen rasch zur anderen Kasse, wenn im Lautsprecher "Wir öffnen Kasse 2 für Sie" ertönt, schimpfen im Stau stehend unseren Vordermann... Dabei ist diese Warte-Zeit äußerst wertvoll und richtig gut zu nützen!

Betrachtet man einmal ganz bewusst das Wort "warten" (aber auch „die Warte“), erkennt man schon, welch großer Nutzen im Warten stecken kann, denn „warten“ bedeutet nicht nur „ausharren“ oder „bleiben, bis ein bestimmter Zustand eintritt“, sondern es hat – transitiv verwendet - auch noch eine andere Bedeutung:

  • Das Wort "warten" heißt auch „etwas pflegen“ und ist laut Wiktionary.org hervorgegangen aus der mittelhochdeutschen Bedeutung „auf etwas achthaben“.
  • Eine "Warte" ist für gewöhnlich ein Ort, von dem aus man etwas beobachtet.

Warum also nicht die Zeit sinnvoll nutzen und etwas beobachten? Denn jede Wartezeit kann so zu einer kleinen, aber wirkungsvollen Achtsamkeitsübung werden.

Hier einige Tipps, wie du Wartezeiten richtig sinnvoll nutzen kannst und entspannt „aus“ ihnen herausgehst:

  • Spüre ganz bewusst den Boden unter deinen Füßen – fühle, dass du von Mutter Erde getragen bist.
  • Achte auf den Fluss deines Atems, ohne ihn zu verändern. Spüre, wie die Luft in dich einströmt und wie sie deinen Körper wieder verlässt.
  • Spüre deine Lebensenergie in verschiedenen Körperteilen (linke Handinnenfläche, rechtes Knie usw.) – das mag am Anfang schwierig sein und vielleicht spürst du zuerst gar nichts, doch mit der Zeit geht das wie auf Knopfdruck.
  • Nimm ganz bewusst alle Geräusche rund um dich wahr, ohne sie zu benennen oder zu bewerten.
  • Beobachte deine Gedanken, wie sie kommen und gehen – bleibe jedoch an keinem von ihnen hängen – versuche gegenwärtig zu bleiben und lasse sie gleich wieder los. Beurteile auch hier nicht.

Diese und weitere Übungen für stressbefreites, entspannendes Warten findest du hier:

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